Westsibirische, Mittelsibirische und Ussuri Bahnlinie

Die Bauarbeiten haben im Mai 1891 in der Nähe von Wladiwostok und wenig später auch nah Tscheljabinsk und Jekaterinburg begonnen. So fanden sie gleichzeitig auf mehreren Abschnitten und in zahlreichen Etappen statt. Später wurden die einzelnen Abschnitte nach den Ländern und Regionen benannt, durch die sie führten. Diese Namen werden bis heute für die einzelnen Abschnitte der Transsibirischen Eisenbahn verwendet.

Als erste wurden der westlichste Abschnitt der Westsibirischen Bahnlinie und der östlichste Abschnitt der Ussuri-Bahn zwischen Chabarowsk und Wladiwostok – beide im Jahre 1896 in Betrieb aufgenommen. Die Westsibirische Bahnstrecke führte damals über Tula, Pensa, Samara, Kurgan, Pietropawlowsk, Omsk und Kansk bis zur Station Ob, wo 1893 Nowosibirsk entstand. Kurz vor Samara lag die Brücke über Wolga. Heute führt die Transsibroute mehr nördlich über Jaroslawl und Nizhny Novgorod, wo sie jetzt die Wolga überquert.

Kurz nach dem Entstehen erreichten die Züge der Westsibirischen Bahnlinie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 34 km/h. Den Bau verhinderten häufige Überschwemmungen im Frühling im Bereich solcher großen Flüsse wie Irtysch oder Ob, durch die die Eisenbahnstrecke führte. Auch der Transport der Baumaterialien aus Europa gehörte nicht zu den einfachsten Aufgaben.

Wenig später, im Jahre 1899 entstand die Mittelsibirische Bahnlinie zwischen Nowosibirsk und Irkutsk. Ein Viertel der Strecke führt durch Gebirge. Es wurden dabei große Bereiche der Taiga ausgerodet und ca. 800 Brücken gelegt, davon 21 Eisenbrücken. Eine davon, die 950 m lange Eisenbrücke über den Jenissej wurde in Paris im Jahre1900 bei einer Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Die Züge der Mittelsibirischen Bahn erreichten hier Anfang des 20. Jh. eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h.

 


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