Bahnreisen in Indien - Schienenverkehr in Südasien

Eisenbahn in Indien

Das Bahnreisen ist in Indien sehr beliebt. Auch wenn die Modernisierung der Bahn ganz langsam voran kommt, bietet die Indische Eisenbahn jetzt schon einige modernere Züge. Gleich nach USA und China verfügt Indien über das drittgrößte Eisenbahnnetz der Welt. Die Zahlen sprechen für sich:

  • 63.140 km lang ist das Eisenbahnnetz
  • 8.702 Passagierzüge verkehren in Indien
  • 6.856 Stationen hat das indische Eisenbahnnetz
  • 14 Millionen Reisende (laut manchen Quellen sogar bis 23 Millionen) fahren täglich mit der Bahn in Indien
  • 1,3 Millionen Mitarbeiter machen die Indische Eisenbahn zum größten Arbeitgeber der Welt.

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Züge in Indien

Westliche Touristen werden oft mit Bildern von überfüllten und alten Zügen in Indien konfrontiert. Oft sieht man auch Fotos von Menschen, die von außen an die Waggons klammern oder auf den Dächern reisen. All dies stimmt auch. Diese Bilder sind tat­sächlich auch vor Ort in Indien nicht selten, allerdings sind davon fast ausschließlich Züge ohne obligatorische Platzreservierung betroffen.

Züge mit obligatorischer Platzreservierung

Duronto Zug

Verbindet in der Regel zwei größere Städte, ohne Zwischen­stopps, meist klimatisiert.

Rajdhani Express

Klimatisierter, schneller Nachtzug, der die indische Hauptstadt Delhi, mit der jeweiligen Bundesstaat-Hauptstadt verbindet.

Shatabdi Express

Der schnellste Zug in Indien. Dieser klimatisierte Intercity Zug verkehrt tagsüber. Es sind nur Sitzplätze vorhanden.

Jan Shatabdi Express

Klimatisierte oder nicht klimatisierte Schnellzüge, die tagsüber verkehren.

Garib Rath Express

Klimatisierter Nachtzug. In jedem Garib Rath Express Zug gibt es sowohl Wagons mit Sitzplätzen als auch mit Bettabteilen.

Züge ohne obligatorische Platzreservierung

Diese Züge sind oft überfüllt, vor allem Wagons der billigeren Preisklassen.

Express/Mail Zug

Klimatisierte oder nicht klimatisierte Züge mit Sitz- wie auch mit Schlafplätzen, die nicht auf allen Stationen halten.

Fast Passenger (Schnellpersonenzug)

Nicht klimatisierte Züge mit Sitz- und einigen Schlafplätzen. Obwohl die Züge als „schnell“ bezeichnet sind, halten sie auf jeder Station.

Passenger (Personenzug)

Nicht klimatisierte Züge. Nur Sitzplätze verfügbar.

Regional und Suburban Züge

Nahverkehrzüge mit Sitz- oder Stehplätzen. Die meisten sind nicht klimatisiert.

Verpflegung in den indischen Zügen

Züge der Indischen Eisenbahn verfügen über keine Restaurant- oder Buffetwagen. In den Fernzügen nehmen die Schaffner die Bestellungen von Reisenden. In der Regel kann man zwischen einer veganen und nicht veganen Mahlzeit wählen. Das Essen wird ca. 1 Stunde nach der Bestellung gebracht. Die Mahlzeit besteht aus Reis mit Soße und kostet etwa 1,50 € bis 3 €. Während der gesamten Reise bieten die Schaffner Getränke, Snacks oder ausgezeichneten heißen süßen indischen Tee (Garam Chai) für ein paar Rupien (= ca. 10 Cent) an. In manchen Zügen (wie z.B. Rajdhani Express und Shatabdi Express) ist das Essen bereits im Preis der Bahnfahrkarte inbegriffen.

Zugpreisklassen in Indien

Preisklassen in den Fernzügen in Indien

In den indischen Zügen gibt es 8 unterschiedliche Preisklassen, nicht alle sind aber in jedem Zug verfügbar. Viele Zugklassenbe­zeichnungen (Codes) wirken manchmal verwirrend für europäische Bahnreisende. Unten finden Sie die Erläuterung zu den meist auftretenden Codes:

AC 1 – 1. Klasse / First Class Air-Conditioned (Code 1A)

Klimatisierte 1. Klasse, nur in dem Schnellzug Shatabdi-Express verfügbar, der die drei größte Metropolen Indiens verbindet: Chennai (Madras), Mumbai (Bombay) und Neu-Delhi. Es ist die komfortabelste Reiseklasse in den indischen Zügen überhaupt und bedeutet abschließbare 4- und 2-Bett-Abteile. Bettwäsche, Kissen und Decken sind im Zug erhältlich. Abends werden die Bet­ten von einem Zugbegleiter gemacht. Jedes Abteil verfügt über einen Waschbecken und immer saubere Toiletten.

AC 2 – 2. Klasse / Tier Sleeper (Code: 2A)

2. Klasse bedeutet klimatisierte Schlafwagen mit 4-Bett-Abteilen auf einer Seite des Gangs und einer Reihe von zwei Betten über­einander in Längsrichtung des Wagens gegenüber den Abteilen. Der Unterschied zur Klasse 1A besteht darin, dass die Abteile hier nicht abschließbar sind. Für mehr Privatsphäre sorgen Vorhänge, über die jedes Bett verfügt. Bettwäsche, Kissen und Decken erhalten die Passagiere vom Zugbegleiter. Im Waggon gibt es 4 Toiletten – jeweils 2 an jedem Waggonende.

AC 3 – 3. Klasse Standard / Tier (Code: 3A)

3. Klasse Standard / Tier bedeutet in Indien klimatisierte Schlafwagen mit nicht abschließbaren 6-Bett-Abteilen (jeweils 3 Betten übereinander auf jeder Seite des Abteils) auf einer Seite des Gangs und einer Reihe von 2 Betten übereinander in Längsrichtung des Wagens gegenüber den Abteilen. In den Abteilen sind es an den Betten meist keine Vorhänge vorhanden. Bettwäsche, Kissen und Decken sind im Zug erhältlich.

AC 3 – 3. Klasse Economy / Tier Economy (Code: 3E)

Die Wagons der 3. Klasse Economy sind denen der 3. Klasse Standard gleich, bis auf einen Detail: aus der Reihe von 2 Betten übereinander in Längsrichtung wird hier eine Reihe von 3 Betten übereinander.

First Class in Indien (Code: FC)

Diese Klasse kann mit der 1A Klasse verglichen werden. Der Unterschied besteht darin, dass hier die Schlafwagen mit 2- und 4- Bett-Abteilen nicht klimatisiert sind. Die Abteile sind aber wie in der 1A Klasse abschließbar. Bettwäsche, Kissen und Decken sind nicht im Ticketpreis inbegriffen, können aber gegen eine Gebühr bei dem Schaffner zur Verfügung gestellt werden. Diese Preis­klasse ist nur noch in wenigen Zügen verfügbar.

Sleeper Class in Indien (Code: SL)

Sleeper Class sieht den Wagons der 3. Klasse Standard (3A) sehr ähnlich (bedeutet auch nicht abschließbare 6-Bett-Abteile auf einer Seite und eine Reihe von 2 Betten übereinander auf der anderen Gangseite). Allerdings sind die Schlafwagen hier nicht kli­matisiert und die Abteile sind enger, so dass in dem Wagon ein Abteil mehr rein passt. Es sind auch hier meist keine Vorhänge vorhanden. Für etwas Abkühlung sorgen Ventilatoren. Die Sleeper Class ist sehr günstig und auch beliebt bei den Indern. Auslän­dische Touristen haben vor Buchung dieser Preisklasse oft große Bedenken und sind in diesen Wagons nicht oft anzutreffen. Empfehlenswert ist sie aber auf jeden Fall für all diejenigen, die das echte indische Leben kennenlernen wollen.

Erläuterungen:

  • UB (Upper Berth) - Bett oben
  • MB (Middle Berth) – mittleres Bett
  • LB (Lower Berth) – Bett unten
  • SU (Side Upper) – Seitenbett unten
  • SM (Side Middel) – Seitenbett mittlere Etage
  • SL (Side Lower) – Seitenbett unten

Preisklassen auf kurzen Strecken in Indien

AC Chair Car (Code: CC)

Klimatisierter Wagen 1. Klasse mit jeweils drei Sitzen auf einer Seite des Ganges und zwei Sitzen auf der anderen.

Second Sitting (Code: 2S)

Nicht klimatisierter Wagen der 2. Klasse mit jeweils drei Sitzen auf beiden Seiten des Ganges.

Die schönsten Zugstrecken in Indien

Pamban Brücke – Bahnverbindung mit der Insel Pamban

Das unglaubliche Bauwerk verbindet das Festland Indien und die Insel. Ursprünglich sollte die Bahnverbindung bis nach Sri Lanka reichen, bis jetzt bleibt das weitere Teil der Bahnstrecke aber im Planungsbereich. Diese Klappbrücke ist etwa 2 km lang. Die Reisenden haben einzigartige Möglichkeit, mit der Bahn über das Meer zu fahren.

Konkanstrecke in Indien

Auf der Route von Mumbai nach Goa, zwischen den indischen Städten Roha und Thokur befindet sich eine landschaftlich fas­zinierende Strecke. Die Reisenden erleben hier eine Fahrt durch eine flüss-, täler- und bergreiche Region, dabei werden etwa 2000 Brücken und 91 Tunnels überquert.

Schmalspurbahn in den Bergregio­nen Indiens (Toy trains) – Gebirgsei­senbahnen in Indien

Drei indische Bahnstrecken wurden von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Alle drei wunderbare Bahnrouten wurden von der britischen Kolonialregierung ge­baut.

Darjeeling Himalayan Railway

Die Bahnstrecke wurde 1883 gebaut und befindet sich in dem in Himalaya gelegenen Bundesstaat West Bengal. Die 83 km lange Strecke führt über etwa 500 Brücken. Zweimal täglich fahren hier Linienzüge der Indischen Eisenbahn. Es passiert manchmal, dass Teile der Bahnstrecke durch Erdrutsche unter­brochen werden.

Kalka-Shimla Railway

Diese atemberaubende Eisenbahnstrecke verbindet die Städte Kalka und Shimla im Nordwesten Indiens. Auf der Schmalspur­bahn verkehren Linienzüge der Indischen Eisenbahn. Diese knappe 100 km lange Strecke wurde 1903 gebaut. Sie führt über 864 im römischen Stil gebauten Viadukten und 107 Tunnel sowie durch die herrliche Landschaft der Shivalik-Berge, bis zu den von hohen Bergen umgebenen Tälern.

Nilgiri Mountain Railway

Im Süden Indiens im Bundesstaat Tamil Nadu liegt die wunder­schöne 48 km lange Bergstrecke. Die Reisenden erwarten 16 Tunnels und etwa 250 Brücken sowie spektakuläre Landschaf­ten.

Fahrkarten in Indien

Die Fahrkarten kommen in Indien bereits 120 Tage vor der Abfahrt in Verkauf. Nur für manche kurze Strecken können die Zug­tickets erst 30 Tage vor der Abfahrt gekauft werden. Wenn Sie über begrenzte Zeit in Indien verfügen, sollten Sie die Fahrkarten unbedingt frühzeitig reservieren, da Bahnreisen in Indien seht beliebt ist. Auch wenn die Inder lieber mit den günstigeren Zügen fahren, in denen keine Platzreservierung notwendig ist, sind oft auch die reservierungspflichtigen Züge lange vor der Abfahrt aus­gebucht. Besonders während der Hochsaison (von Ende November bis Januar sowie von April bis Juni) und für Abfahrtstage an den populären Ferientagen (z.B. Diwali – 11. November, Holi – 6. März) werden die Zugtickets oft schnell ausverkauft.

Einreisebestimmungen für Indien – Visa und Formalitäten

Deutsche Staatsbürger brauchen für die Einreise nach Indien ein gültiges Visum. Dieses muss vor der Abreise persönlich bei ei­nem der vier von der indischen Botschaft autorisierten Indien Visa Service Zentren in Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt/Main oder online als elektronisches Visum beantragt werden. Dabei ist streng auf die regionalen Zuständigkeiten zu ach­ten. Ein Touristenvisum kann für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten beantragt werden. Der Reisepass muss mindestens 6 Mo­nate über das Ausreisedatum gültig sein und mindestens über zwei freie Seiten nebeneinander verfügen.

Reisesicherheit in den indischen Zügen

Billig, dreckig, gefährlich sollte die indische Bahn sein – so die Klischee, es muss aber nicht sein, zumindest was die Sicherheit angeht. Auf den großen Stationen sollte man, wie in jedem anderen Land, auf Taschendiebstähle achten. Diebstähle im Zug gehö­ren dagegen zur Seltenheit. Mit einem Vorhängeschloss kann das Reisegepäck befestigt werden, unter den Sitzen befindet sich immer eine Kette extra dafür.

Allein reisenden Frauen ist die 3. Klasse (AC 3 Tier) als sicherste zu empfehlen, weil man die ganze Zeit von vielen Menschen umgeben wird. Abteile der 1. und 2. Klasse kann man zwar oft von innen schließen, diese muss man aber mit fremden Menschen teilen, die nicht unbedingt nette Begleiter sein müssen. Gerade die Schließmöglichkeit der Abteile könnte für eine allein reisende Frau eine Gefahr bedeuten. In manchen Zügen werden sog. Women-Only Carriages (Abteile nur für Frauen) zur Verfügung ge­stellt. Selbstverständlich empfiehlt sich auch situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten: Knie und Schultern sollten bedeckt sein, kurze Hosen oder kurze Röcke und Trägershirts sind nicht zu empfehlen. Mehr Informationen zum Thema „Allein rei­sende Frauen in Asien“.

Bahnreisen in Indien - alle Informationen als PDF

 


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